Geburtsfotografie – eine Hausgeburt in emotionalen Bildern

Ich bin Mutter. Ich habe also selbst zwei Kinder geboren. Ich habe Wehen veratmet, für mich bis dahin unvorstellbare Schmerzen ausgehalten und diese unbeschreibliche Erleichterung verspürt, im Moment wenn der Druck nachlässt und du weißt „Ich habe es tatsächlich geschafft!“. Ich weiß um die magische Kraft einer Geburt, die Welle der Kontraktionen die dich mitreißt, die Urgewalt der Emotionen, die dich fortspült. Ich habe das Wunder des Lebens am eigenen Leib erfahren und durfte entdecken, wie viel Kraft in meinem eigenen Körper steckt und wie ungeahnt viel Liebe ich zu empfinden im Stande bin. Und dennoch bin ich immer wieder überwältigt und erstarre in Ehrfurcht vor einem der letzten großen Wunder unserer Zeit. Dem Wunder der Geburt.

 

Vor wenigen Tagen hatte ich das große Glück dieses Wunder aus einer komplett neuen Perspektive mitzuerleben. Eine meiner liebsten Freundinnen erwartete ihr drittes Kind und hatte mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, die Geburt mit meiner Kamera zu begleiten. Ein riesiger Vertrauensbeweis und ein Erlebnis, das uns für immer auf eine ganz besonderes Weise verbinden wird.

 

Da der errechnete Geburtstermin näher rückte, war ich schon tagelang in erhöhter Alarmbereitschaft und stand mit Maria in regem Whatsapp-Kontakt. Es sollte auch diesmal wieder eine Hausgeburt werden und als Maria mir am Freitagmittag gegen 13Uhr schrieb „Langsam bereit machen bitte“, ließ ich sofort alles stehen und liegen. Um 14 Uhr traf ich bei der Familie ein. Maria lief bereits im leicht abgedunkelten Wohnzimmer auf und ab und veratmete die stärker werdenden Wehen. An den Wänden hingen die zauberhaften Geburts-Affirmationen, die sie zuvor selbst gestaltet hatte. Motivierende Sätze wie „My body knows how to birth my baby“ und „Entspanne dich. Atme. Öffne dich!“ sollten ihr unter der Geburt Kraft geben und sie entspannen. Die Wirkung dieser positiven Glaubenssätze war tatsächlich spürbar. Maria war ruhig und konzentriert, ließ sich ganz auf das Gefühl ein und strahlte eine ungeheure Kraft und Sicherheit aus. Die freundliche und sehr kompetente Hebamme brachte mich kurz auf den aktuellen Stand und wir besprachen meine Rolle während der Geburt. Zunächst war ich etwas nervös. Ich wusste aus eigener Erfahrung welch vulnerable und intime Situation eine Geburt ist und wollte nicht zu sehr in die Privatsphäre der Familie eindringen. Maria signalisierte mir aber, dass ich mich ganz frei bewegen und fotografieren durfte – meine Anwesenheit störte sie kein bisschen. Die Wehen wurden stärker und um 15:10 Uhr bat mich die Hebamme, die Geschwisterkinder dazu zu holen, weil die Geburt unmittelbar bevorstand. Als ich zurück kam, konnte ich gerade noch fotografieren, wie das Köpfchen geboren wurde und eine Wehe später war das Baby schon da.

 

 

„My body knows how to birth my baby.“

 

 

Auch jetzt noch bekomme ich Gänsehaut wenn ich diese Bilder sehe. All diese kleinen Momente des großen Glücks.

 

Andreas, wie er Maria unter den Wehen so zärtlich und fürsorglich begleitet.

Der heftige Gefühlsausbruch der beiden, als die Fruchtblase spontan platzt.

Maria, wie sie das neugeborene Baby zum ersten Mal an die Brust drückt – in ihrem Blick so viel Erleichterung, Glück und Liebe.

Die große Schwester, wie sie stolz die Nabelschnur durchtrennt.

Der zweijährige Bruder, wie er zärtlich und vorsichtig das kleine Köpfchen des neuen Familienmitglieds streichelt.

 

Ich bin ergriffen. Von dem Zusammenhalt und der Liebe dieser Familie, die in diesem Augenblick sichtbar wurde.
Ich bin überwältigt, von der Wucht der Emotionen, die mich mitriss und auch mir ein Tränchen in die Augen trieb.
Ich bin voller Bewunderung für die Kraft und Entschlossenheit mit der Maria diese Aufgabe gemeistert hat.
Und ich bin so unheimlich dankbar für die Chance, diesen wunderschönen Moment mitzuerleben in dem diese tolle Familie um ein Mitglied gewachsen ist. Es ist ein Geschenk, dass ich dabei sein durfte und diesen magischen Augenblick für J. und seine Familie in diesen kostbaren Bildern für immer bewahren konnte.

 

Vielen Dank, liebe Maria und lieber Andreas, für euer Vertrauen in mich und vor allem auch dafür, dass ich hier eine kleine Auswahl der Bilder zeigen darf!

Hier kommt für alle ein Schwung Glück, Hoffnung und Dankbarkeit – Endorphine in Bildern. So viel Liebe, schon vor dem ersten Atemzug

3 comments
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  • Christina21. Juni 2018 - 18:37

    Was für wundervolle Bilder…ReplyCancel

  • Sanne21. Juni 2018 - 19:12

    Wunderschön, eindrucksvoll, atemberaubend, zauberhaft und so voller Liebe! Welch ein Geschenk! ReplyCancel

  • Heike21. Juni 2018 - 19:59

    Das rührt mich zu Tränen – rundum wunderschön! <3ReplyCancel